Wenn ich merke, ich bin doch noch nicht so weit…

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Sturmböen Antarktis. Bild: Greenpeace (https://www.greenpeace.de/themen/meere/kurze-atempause-fuer-die-wale)

Nach vielen kleinen Schritten nach vorne und etwas weniger davon zurück war heute noch einmal so ein Tag, an dem ich das Gefühl hatte, es ist egal, was ich tue – es macht keinen Unterschied. Es wird nicht besser.

Ich sollte mich damit abfinden, dass diese Tage einfach immer mal wieder kommen. Ist auch ok – eigentlich. „Wenn ich merke, ich bin doch noch nicht so weit…“ weiterlesen

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Ergotherapie im eigenen Heim: Adieu, Perfektionismus!

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Meine eigene Version von Souvenir de Mauve (Vincent van Gogh, 1888). Leider nur ausgemalt…

Heute gibt es keine großen Worte. Heute gibt es nur ein Bild. Ich erinnere mich an meine erste Sitzung Ergotherapie, die ich in der Krisentagesklinik hatte. Aus Angst, nicht kreativ genug zu sein oder Fehler zu machen, entschied ich mich, mit Pastellkreide eine schwarz-weiß Vorlage einfach „auszumalen“. Es stellte sich als unglaublich beruhigend für mich heraus, dies zu tun. Ich fühlte, was es bedeutete, wenn es nur um den Prozess geht, nicht das Produkt… Und die positive Erfahrung durch diese scheinbar leichte Übung motivierte mich damals, weiterzumachen, auszuprobieren… „Ergotherapie im eigenen Heim: Adieu, Perfektionismus!“ weiterlesen

„It’s been a hard day‘s night“ – Wie der Zeigefinger mich immer wieder kriegt…

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„Im Büro“ (Skizze: May DelC).

Acht Monate, seitdem ich meine neue Stelle angefangen habe. Acht sehr wichtige Monate. Zuvor hatte ich den Vorbereitungsdienst für das Lehramt abgebrochen, nachdem ich drei Monate lang arbeitsunfähig gewesen war. Fünf Wochen davon verbrachte ich in teilstationärer Behandlung.

Dadurch schien ich scheinbar „zu Sinnen gekommen“ zu sein. Ich fühlte wieder, fühlte mich wieder. Hörte mich wieder. Und hatte gelernt, meine verstummte Stimme wieder vorsichtig erklingen zu lassen. Vor allem hatte ich gelernt, meine Werte und Be-wertungen zu überdenken, meine Prioritäten im Leben neu zu ordnen. Und ich glaubte, dass ab dann alles anders werden würde. Auf keinen Fall würde ich wieder in die alten Fallen tappen – oder zumindest war das der Plan gewesen … „„It’s been a hard day‘s night“ – Wie der Zeigefinger mich immer wieder kriegt…“ weiterlesen

Karneval, Verluste und meine Distanz zu Traditionen. Ansichten eines kulturellen Mischwesens.

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Masken. (www.centralalabamapride.org)

Ich bin im Rheinland geboren. Da, wo ich herkomme, sagt man „Alaaf!“, wenn es bald wieder heißt, die fünfte Jahreszeit zu feiern, sich zu verkleiden, beim Umzug Süßigkeiten einzufangen, dem Prinzen zuzujubeln und all die Dinge zu tun, die man an Karneval nun mal so tut.

Auch ich habe ein paar wenige Jahre lang mitgefeiert. Das war in meiner Jugend. Dann, als ich es noch lustig fand, in Bierzelten zu feiern, mit Freunden bis in die Nacht zu Schlagermusik zu tanzen und auch mal etwas – oder auch etwas mehr – über den Durst zu trinken. Doch die meiste Zeit meines Lebens war das nicht der Fall. Die meiste Zeit meines Lebens war ich kein Freund vom karnevalistischen Brauchtum und spürte auch sonst eine Beklemmung, wenn es darum ging, mich in Traditionen einzufügen. Die entscheidende Rolle spielt dabei bei sogenannter „Migrationshintergrund“, den ich erst Stück für Stück sinngebend in meine eigene Biografie integrieren konnte. „Karneval, Verluste und meine Distanz zu Traditionen. Ansichten eines kulturellen Mischwesens.“ weiterlesen

… ergo: Therapie!

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– Bild 1 –

Im Oktober des Jahres 2016 habe ich meinen ersten Kontakt mit einem Psychiater gehabt, und zwar im Kriseninterventionszentrum meines Wohnorts. Danach ging es in die Krisentagesklinik. Eine meiner einschneidendsten Erfahrungen dieser letzten Monate war meine erste Sitzung in der Ergotherapie, die ich in der Krisentagesklinik besuchte. Sie stand repräsentativ für so vieles, was in den vorangegangenen Monaten schief gelaufen war … „… ergo: Therapie!“ weiterlesen