Wieder Verantwortung übernehmen: Mein kleines Blumen-Projekt

Mein Wohnzimmer. Mit Blumen. Ha!

Die erste Hälfte des Jahres 2017 habe ich hauptsächlich damit verbracht, auf meiner neuen Stelle zu „überleben“. Mich an das neue Leben, meine neue Aufgabe, meine neuen Kontexte zu gewöhnen. Mich darin einzufügen, mich darin wohlzufühlen, mich darin zu akzeptieren mit all meinen Schwächen. Und ich habe die Zeit ebenso damit verbracht, auch meine Stärken irgendwann zu erkennen.

Ich war überfordert. Sehr. Meiner Angst habe ich viel zu viel Raum gegeben, meinen Wünschen und Bedürfnissen viel zu wenig. Verantwortung konnte ich für mich kaum übernehmen; kein „gutes“ Leben in meinem Sinne führen. Schon gar nicht konnte ich Verantwortung für andere übernehmen. So blieb ich fokussiert auf meine Arbeit. Sagte mir aber, dass ich mir Zeit geben muss – geben darf – und dass ich geduldig sein möchte. Und irgendwann kann ich dann wieder herauskommen aus meinem Schneckenhaus.

Und ich glaube, es ist langsam soweit. „Wieder Verantwortung übernehmen: Mein kleines Blumen-Projekt“ weiterlesen

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Beziehungsunfähigkeit und Bindungsangst: Eine Einführung.

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Empty benches along the Ballona Creek Bike Path, Los Angeles, CA. (Bild: May DelC)

In diesem Text wende ich mich erstmals einem Thema zu, das ich bisher in meinem Blog nicht explizit behandelt habe. Es ist wohl die Problematik, die mich in den letzten Jahren wahrscheinlich am meisten belastet hat, schon immer belastet hat. Doch ich schreckte davor zurück, davon zu schreiben.

Ich habe Angst davor. Es reicht so nah an mein Herz heran, dass ich mich davor fürchte, durch das bloße Schreiben verletzt zu werden. Durch das Schreiben und Gelesen werden.

Aber in dieser Woche ist das Thema omnipräsent, schmerzhafter denn je für mich, relevant wie eh und je. Und ich habe das Gefühl, ich würde implodieren, wenn ich nicht etwas tue.

Also sitze ich nun vor meinem Computer und schreibe über meine Unfähigkeit, Beziehungen zu einem Partner zu führen. Und von meiner Bindungs- und Verlustangst. „Beziehungsunfähigkeit und Bindungsangst: Eine Einführung.“ weiterlesen

Wenn Weihnachten nur ein Wort ist.

„Schneebedeckte Räder stehen am 10.12.2017 in Kassel (Hessen) bei Schneefall an einer Kreuzung. Foto: Uwe Zucchi/dpa +++(c) dpa – Bildfunk+++“ http://www.spiegel.de/fotostrecke/wintereinbruch-schneechaos-in-deutschland-fotostrecke-156015.html

Und da haben wir auch schon den 13. Dezember 2017. Die Zeit ist unfassbar schnell vergangen. Wo war ich zu dieser Zeit letztes Jahr? Ich war wenige Wochen zuvor aus der Tagesklinik entlassen worden. Noch war ich offiziell Beamtin auf Widerruf des Landes Nordrhein-Westfalen. Die für mich unerträgliche letzte Konfrontation zum Abschied in meiner Schule lag nicht lang zurück…. Verrückt, was seit dem passiert ist.

Letztes Jahr um diese Zeit blickte ich mit Bangen auf das Weihnachtsfest. All die Energie, die ich 2016 noch gehabt hatte, war für den zerreißenden Kraftakt des Zusammenbruchs und des Wiederaufstehens verbraucht worden. Verbrannt. Erstickt.

Depressive Episode. AU. Klinik. Abbruch. Ende. Vakuum. Neuanfang. „Wenn Weihnachten nur ein Wort ist.“ weiterlesen

Der Weg ist das Ziel: Schritt für Schritt zu mir kommen

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Ballona Creek bike path, Los Angeles. (Bild: May DelC)

Die letzten Tage geht mir ein Gedanke nicht mehr aus dem Kopf. Wie besessen bin ich von einer Idee, die mich nicht mehr loslässt: Ich möchte wieder wandern gehen. Auf einem Fernwanderweg. Möglichst weit. Mit möglichst wenig Gepäck. Und wenn nötig, alleine.

Es ist nicht so, als wäre das Wandern mein allergrößtes Hobby oder als wäre ich eine erfahrene Outdoor-Expertin. Es liegt eher daran, dass das Laufen für mich von klein auf schon eine Art der Meditation gewesen ist, mir half, zu mir zu kommen, Ruhe zu finden und die Gedanken laufen zu lassen, genauso wie meine Füße… Das Motto, dem ich folge, ist schon seit langem „Der Weg ist das Ziel.“ Schon oft gesagt worden, mit Sicherheit schon abgegriffen. Aber für mich so wahr wie eh und je. Wenn es nicht so wäre, dann wäre auch dieser Blog und sein Prinzip verfehlt und wertlos…

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Wenn ich merke, ich bin doch noch nicht so weit…

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Sturmböen Antarktis. Bild: Greenpeace (https://www.greenpeace.de/themen/meere/kurze-atempause-fuer-die-wale)

Nach vielen kleinen Schritten nach vorne und etwas weniger davon zurück war heute noch einmal so ein Tag, an dem ich das Gefühl hatte, es ist egal, was ich tue – es macht keinen Unterschied. Es wird nicht besser.

Ich sollte mich damit abfinden, dass diese Tage einfach immer mal wieder kommen. Ist auch ok – eigentlich. „Wenn ich merke, ich bin doch noch nicht so weit…“ weiterlesen

Depression und Beruf: Mein Geheimnis lüften

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Flüchtiger Moment auf dem Weg zur Arbeit. (Bild: May DelC)

Diese erste Woche zurück auf der Arbeit seit meinem Urlaub tat mir sehr gut. Nicht nur, weil sie mir Struktur zurückgab. Ich habe es auch geschafft, mich hinsichtlich meiner psychischen Krankheit ein klein wenig mehr zu öffnen. Mich einem Kollegen anzuvertrauen.

Lange habe ich meine Depression am Arbeitsplatz geheim gehalten. Das hatte seine Gründe. Vielleicht ist es nicht gut, mich nur einem einzigen Menschen dort anzuvertrauen und die anderen gleichzeitig in Unwissen zu lassen. Ich werde sehen. Aber für den Moment bin ich erleichtert – und fühle mich auch ein wenig kraftvoller.

„Depression und Beruf: Mein Geheimnis lüften“ weiterlesen

Leistungen im Urlaubmachen: ungenügend.

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Spaziergang in den Niederlanden. Der Versuch eines Urlaubstages. (Bild: May DelC)

Mein erster Urlaub in meinem ersten „richtigen“ Beschäftigungsverhältnis geht heute zu Ende. Vor einem Jahr hätte ich das Ganze noch „Ferien“ genannt; da, als ich noch Referendarin im Vorbereitungsdienst für das Lehramt war. Meine heutige Vorgesetzte musste mich nach einem meiner Versprecher mit einem Schmunzeln erinnern: „Frau DelC, Sie sind jetzt nicht mehr in der Schule. Sie haben keine Ferien mehr – Sie haben Urlaub!“

Und wie sind meine ersten „echten“ Urlaubswochen verlaufen? Schwierig. Heraus aus den sicheren Strukturen des Alltags ist es alles andere als leicht für mich gewesen, mit mir selbst klarzukommen, ohne mit einem Bein schon wieder in den Sumpf der eigenen Gedanken zu versinken… „Leistungen im Urlaubmachen: ungenügend.“ weiterlesen