Wieder Verantwortung übernehmen: Mein kleines Blumen-Projekt

Mein Wohnzimmer. Mit Blumen. Ha!

Die erste Hälfte des Jahres 2017 habe ich hauptsächlich damit verbracht, auf meiner neuen Stelle zu „überleben“. Mich an das neue Leben, meine neue Aufgabe, meine neuen Kontexte zu gewöhnen. Mich darin einzufügen, mich darin wohlzufühlen, mich darin zu akzeptieren mit all meinen Schwächen. Und ich habe die Zeit ebenso damit verbracht, auch meine Stärken irgendwann zu erkennen.

Ich war überfordert. Sehr. Meiner Angst habe ich viel zu viel Raum gegeben, meinen Wünschen und Bedürfnissen viel zu wenig. Verantwortung konnte ich für mich kaum übernehmen; kein „gutes“ Leben in meinem Sinne führen. Schon gar nicht konnte ich Verantwortung für andere übernehmen. So blieb ich fokussiert auf meine Arbeit. Sagte mir aber, dass ich mir Zeit geben muss – geben darf – und dass ich geduldig sein möchte. Und irgendwann kann ich dann wieder herauskommen aus meinem Schneckenhaus.

Und ich glaube, es ist langsam soweit. „Wieder Verantwortung übernehmen: Mein kleines Blumen-Projekt“ weiterlesen

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Wenn ich merke, ich bin doch noch nicht so weit…

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Sturmböen Antarktis. Bild: Greenpeace (https://www.greenpeace.de/themen/meere/kurze-atempause-fuer-die-wale)

Nach vielen kleinen Schritten nach vorne und etwas weniger davon zurück war heute noch einmal so ein Tag, an dem ich das Gefühl hatte, es ist egal, was ich tue – es macht keinen Unterschied. Es wird nicht besser.

Ich sollte mich damit abfinden, dass diese Tage einfach immer mal wieder kommen. Ist auch ok – eigentlich. „Wenn ich merke, ich bin doch noch nicht so weit…“ weiterlesen

Depression und Beruf: Mein Geheimnis lüften

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Flüchtiger Moment auf dem Weg zur Arbeit. (Bild: May DelC)

Diese erste Woche zurück auf der Arbeit seit meinem Urlaub tat mir sehr gut. Nicht nur, weil sie mir Struktur zurückgab. Ich habe es auch geschafft, mich hinsichtlich meiner psychischen Krankheit ein klein wenig mehr zu öffnen. Mich einem Kollegen anzuvertrauen.

Lange habe ich meine Depression am Arbeitsplatz geheim gehalten. Das hatte seine Gründe. Vielleicht ist es nicht gut, mich nur einem einzigen Menschen dort anzuvertrauen und die anderen gleichzeitig in Unwissen zu lassen. Ich werde sehen. Aber für den Moment bin ich erleichtert – und fühle mich auch ein wenig kraftvoller.

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Leistungen im Urlaubmachen: ungenügend.

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Spaziergang in den Niederlanden. Der Versuch eines Urlaubstages. (Bild: May DelC)

Mein erster Urlaub in meinem ersten „richtigen“ Beschäftigungsverhältnis geht heute zu Ende. Vor einem Jahr hätte ich das Ganze noch „Ferien“ genannt; da, als ich noch Referendarin im Vorbereitungsdienst für das Lehramt war. Meine heutige Vorgesetzte musste mich nach einem meiner Versprecher mit einem Schmunzeln erinnern: „Frau DelC, Sie sind jetzt nicht mehr in der Schule. Sie haben keine Ferien mehr – Sie haben Urlaub!“

Und wie sind meine ersten „echten“ Urlaubswochen verlaufen? Schwierig. Heraus aus den sicheren Strukturen des Alltags ist es alles andere als leicht für mich gewesen, mit mir selbst klarzukommen, ohne mit einem Bein schon wieder in den Sumpf der eigenen Gedanken zu versinken… „Leistungen im Urlaubmachen: ungenügend.“ weiterlesen

„It’s been a hard day‘s night“ – Wie der Zeigefinger mich immer wieder kriegt…

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„Im Büro“ (Skizze: May DelC).

Acht Monate, seitdem ich meine neue Stelle angefangen habe. Acht sehr wichtige Monate. Zuvor hatte ich den Vorbereitungsdienst für das Lehramt abgebrochen, nachdem ich drei Monate lang arbeitsunfähig gewesen war. Fünf Wochen davon verbrachte ich in teilstationärer Behandlung.

Dadurch schien ich scheinbar „zu Sinnen gekommen“ zu sein. Ich fühlte wieder, fühlte mich wieder. Hörte mich wieder. Und hatte gelernt, meine verstummte Stimme wieder vorsichtig erklingen zu lassen. Vor allem hatte ich gelernt, meine Werte und Be-wertungen zu überdenken, meine Prioritäten im Leben neu zu ordnen. Und ich glaubte, dass ab dann alles anders werden würde. Auf keinen Fall würde ich wieder in die alten Fallen tappen – oder zumindest war das der Plan gewesen … „„It’s been a hard day‘s night“ – Wie der Zeigefinger mich immer wieder kriegt…“ weiterlesen

Die Macherin meldet sich wieder: Wie ich vorerst die Stabilität genieße

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fietsen“ aus der Dokumentation Oude Gracht Diversity. © chrisillus

Die letzte Woche über war ich ziemlich erschöpft. Auch jetzt schreibe ich nur mit Mühe diesen Beitrag. Doch auch wenn mein Kopf gerade drückt und ich nichts lieber tun würde als mich in die Horizontale zu begeben, möchte ich mir hier einen Moment Zeit nehmen in dieser hektischen Woche und ein wenig… naja, vielleicht zur Besinnung kommen.

Denn zum ersten Mal seit langem ist die Quelle dieser Erschöpfung keine innere Niedergeschlagenheit, Leere, Hoffnungslosigkeit, kein Verlorensein in Gedankenstrudeln… stattdessen ist es das fast wohlige Gefühl, das man hat, wenn man tatsächlich aktiv gewesen ist. Das Gefühl, das man hat, wenn man sich nach einem langen Tag des Schaffens hinsetzt und tatsächlich spüren kann, im Geiste und im Körper, dass man Dinge in die Hand genommen hat, in die Wege geleitet hat, von den Schultern geworfen hat und so etwas wie Zufriedenheit empfindet. Ja, ich habe das Gefühl, ich beginne wieder, die Dinge in die Hand zu nehmen. Ich werde wieder Macherin. „Die Macherin meldet sich wieder: Wie ich vorerst die Stabilität genieße“ weiterlesen

Das ging schnell: Neuer Job, neue Chancen

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Chinese New Year in LA (Bild: May DelC)

So. Nach den Vorstellungsgesprächen der letzten Woche wollte ich an dieser Stelle eigentlich zunächst über Entscheidungsprozesse reflektieren und darüber, welche der beiden Stellen für mich an dieser Drehscheibe in meinem Leben wohl die gesündere wäre. Ich wollte abwägen, meine Bedürfnisse analysieren und versuchen, diese von meinen Ängsten abzugrenzen, um reflektiert in die Zukunft zu gehen.

Das ist inzwischen hinfällig. Denn ich habe eine Zusage erhalten – und entgegen meiner eigenen Erwartungen habe ich diese direkt angenommen, ohne auf die Entscheidung aus dem zweiten Gespräch zu warten. Und ich spüre, es ist die richtige Entscheidung.  „Das ging schnell: Neuer Job, neue Chancen“ weiterlesen