Leistungen im Urlaubmachen: ungenügend.

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Spaziergang in den Niederlanden. Der Versuch eines Urlaubstages. (Bild: May DelC)

Mein erster Urlaub in meinem ersten „richtigen“ Beschäftigungsverhältnis geht heute zu Ende. Vor einem Jahr hätte ich das Ganze noch „Ferien“ genannt; da, als ich noch Referendarin im Vorbereitungsdienst für das Lehramt war. Meine heutige Vorgesetzte musste mich nach einem meiner Versprecher mit einem Schmunzeln erinnern: „Frau DelC, Sie sind jetzt nicht mehr in der Schule. Sie haben keine Ferien mehr – Sie haben Urlaub!“

Und wie sind meine ersten „echten“ Urlaubswochen verlaufen? Schwierig. Heraus aus den sicheren Strukturen des Alltags ist es alles andere als leicht für mich gewesen, mit mir selbst klarzukommen, ohne mit einem Bein schon wieder in den Sumpf der eigenen Gedanken zu versinken… „Leistungen im Urlaubmachen: ungenügend.“ weiterlesen

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„Schmerz ist unvermeidlich – Leiden ist eine Option.“

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(Blühen in der Wüste. Bild: May DelC)

Diese Worte sind nicht von mir. Ich möchte sie hier aber zusammen mit anderen Worten, die man mir sagte, mit allen teilen, die sie lesen möchten. Diesmal möchte ich nichts dazu schreiben, sondern sie einfach nur dahinstellen. Auf dass jeder selbst das daraus zieht, was er daraus ziehen kann und möchte. Ich kann nur sagen, dass sie bei mir auf offene Ohren stießen und in mir einiges in Bewegung gebracht haben. „„Schmerz ist unvermeidlich – Leiden ist eine Option.““ weiterlesen

„Willst du mich wirklich?“ – Von Verboten und den eigentlichen Bedürfnissen.

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„Willst du mich wirklich?“ – Gespräche mit einer Zigarette.

Ich rauche aktuell. Ja, so drücke ich mich immer aus: Ich rauche aktuell. Und nicht: Ich bin ein Raucher. Denn ich bin kein Raucher. Ich rauche sonst nicht. Nur in depressiven Episoden. Temporär. Und nur in den ganz schlimmen.

So begann ich auch letztes Jahr irgendwann wieder mit dem Rauchen. Leider habe ich bisher noch nicht wieder aufgehört. Ich bilde mir stets ein, dass es mich beruhigt, eine Zigarette in die Hand zu nehmen, das Nikotin ins Blut übergehen zu lassen… dass die Zigarette mir Halt gibt… mir Gesellschaft ist in den dunklen, kalten Stunden… und angesichts der Anzahl an Zigaretten, die ich in den letzten Monaten täglich geraucht habe, wage ich zu behaupten, dass ich mir das in körperlicher Hinsicht inzwischen nicht mehr nur einbilde.

Ich weiß, ich werde auch diesmal wieder aufhören. Aber es ist nicht so leicht. „„Willst du mich wirklich?“ – Von Verboten und den eigentlichen Bedürfnissen.“ weiterlesen

Von meinen Erwartungen an die Therapie und dem Abschied von der Zauberkugel

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Gestern hatte ich eine weitere Therapiesitzung. Und nach meinen ersten Monaten dort beginnen wir nun, meine konkreten Therapiezielen zu verfolgen. Mit einem Bauchgefühl, das Spannung, Enthusiasmus und Ängstlichkeit miteinander vereint, blicke ich auf die kommenden Sitzungen. „Von meinen Erwartungen an die Therapie und dem Abschied von der Zauberkugel“ weiterlesen

Ergotherapie im eigenen Heim: Adieu, Perfektionismus!

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Meine eigene Version von Souvenir de Mauve (Vincent van Gogh, 1888). Leider nur ausgemalt…

Heute gibt es keine großen Worte. Heute gibt es nur ein Bild. Ich erinnere mich an meine erste Sitzung Ergotherapie, die ich in der Krisentagesklinik hatte. Aus Angst, nicht kreativ genug zu sein oder Fehler zu machen, entschied ich mich, mit Pastellkreide eine schwarz-weiß Vorlage einfach „auszumalen“. Es stellte sich als unglaublich beruhigend für mich heraus, dies zu tun. Ich fühlte, was es bedeutete, wenn es nur um den Prozess geht, nicht das Produkt… Und die positive Erfahrung durch diese scheinbar leichte Übung motivierte mich damals, weiterzumachen, auszuprobieren… „Ergotherapie im eigenen Heim: Adieu, Perfektionismus!“ weiterlesen

Zwischenspiel: „Freizeitstress“

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Die einsame Yogamatte. Ein Stillleben. 😉

Ich möchte ein kurzes Geständnis machen: Ich war nicht beim Yoga. Nicht gestern, nicht vorgestern, nicht den Tag davor und nicht… KURZ GESAGT: Ich war nicht beim Yoga.

Und mit dem Wort Geständnis fängt auch schon das Problem an. Ich habe in den letzten Tagen das nagende Gefühl gehabt, mich gedrückt zu haben; meiner Fürsorgepflicht mir selbst gegenüber nicht gerecht geworden zu sein. Ich habe doch jetzt Urlaub! Und ich weiß doch, dass Yoga mir unheimlich gut tut! „Zwischenspiel: „Freizeitstress““ weiterlesen

Herrin meiner Gedanken: Das Bremspedal meines mentalen Höllenmobils nutzen lernen

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Downtown L.A. The Last Book Store (Bild: May DelC).

Jetzt sitze ich hier, möchte niederschreiben und eine Million Gedanken gehen mir durch den Kopf.  Zig Fäden, die in meiner Hand zusammenlaufen und von denen jeder fließend schnell zu einer Erfahrung der letzten Monate führt. Und diese Erfahrungen stehen nicht für sich alleine da, sie bilden ein Netz, hängen alle miteinander zusammen. Die eine könnte nicht ohne die andere so sein wie sie ist. Und ich habe sie dazu gemacht, jede einzelne von ihnen. Und zwischen ihnen allen schlängelt sich vielleicht der eine Faden, ganz heimlich, bedeckt; der Faden, den ich so gerne zwischen die Finger bekommen würde, vielversprechend und rötlich schimmernd in der Farbe.

Hoffen wir nicht alle hin und wieder, dass wir, wenn wir ihn finden, die Lösung zu all unseren Problemen haben? „Herrin meiner Gedanken: Das Bremspedal meines mentalen Höllenmobils nutzen lernen“ weiterlesen