Der Weg ist das Ziel: Schritt für Schritt zu mir kommen

cropped-cropped-ballonacreekbikepath1bearb2.jpg
Ballona Creek bike path, Los Angeles. (Bild: May DelC)

Die letzten Tage geht mir ein Gedanke nicht mehr aus dem Kopf. Wie besessen bin ich von einer Idee, die mich nicht mehr loslässt: Ich möchte wieder wandern gehen. Auf einem Fernwanderweg. Möglichst weit. Mit möglichst wenig Gepäck. Und wenn nötig, alleine.

Es ist nicht so, als wäre das Wandern mein allergrößtes Hobby oder als wäre ich eine erfahrene Outdoor-Expertin. Es liegt eher daran, dass das Laufen für mich von klein auf schon eine Art der Meditation gewesen ist, mir half, zu mir zu kommen, Ruhe zu finden und die Gedanken laufen zu lassen, genauso wie meine Füße… Das Motto, dem ich folge, ist schon seit langem „Der Weg ist das Ziel.“ Schon oft gesagt worden, mit Sicherheit schon abgegriffen. Aber für mich so wahr wie eh und je. Wenn es nicht so wäre, dann wäre auch dieser Blog und sein Prinzip verfehlt und wertlos…

„Der Weg ist das Ziel: Schritt für Schritt zu mir kommen“ weiterlesen

Advertisements

Depression und Beruf: Mein Geheimnis lüften

stadtbahn.jpg
Flüchtiger Moment auf dem Weg zur Arbeit. (Bild: May DelC)

Diese erste Woche zurück auf der Arbeit seit meinem Urlaub tat mir sehr gut. Nicht nur, weil sie mir Struktur zurückgab. Ich habe es auch geschafft, mich hinsichtlich meiner psychischen Krankheit ein klein wenig mehr zu öffnen. Mich einem Kollegen anzuvertrauen.

Lange habe ich meine Depression am Arbeitsplatz geheim gehalten. Das hatte seine Gründe. Vielleicht ist es nicht gut, mich nur einem einzigen Menschen dort anzuvertrauen und die anderen gleichzeitig in Unwissen zu lassen. Ich werde sehen. Aber für den Moment bin ich erleichtert – und fühle mich auch ein wenig kraftvoller.

„Depression und Beruf: Mein Geheimnis lüften“ weiterlesen

„Das darf sein.“ – Von Selbstliebe und der Freundin in mir

das-darf-sein-memo.jpg
Memo einer Freundin

„Frau …, für Sie würde ich mir wünschen, dass Sie wohlwollender mit sich umgehen und Ihre Bedürfnisse besser wahrnehmen.“ Das waren die Worte, mit denen mein Therapeut in der Tagesklinik die erste Sitzung mit mir schloss. Er betonte das Wort „wohlwollend“ mit langgezogenen Vokalen und lächelte gutmütig. Doch es war nicht gerade die Art von zündender Erkenntnis, die ich mir von so einem Gespräch erhofft hatte.
Ich dachte mir: „Das war’s? Das ist alles, was er zu meiner Situation zu sagen hat?“ Ich kam mir in dem Moment nicht gerade ernst genommen vor. Doch ca. zwei Wochen später würde ich erst wirklich durchdringen, was er da zu mir gesagt hatte und welchen Wert dieser Satz für meine Lebensweise hatte. „„Das darf sein.“ – Von Selbstliebe und der Freundin in mir“ weiterlesen

Scham und die Flucht vor mir selbst

gesicht_hand_scham

© Dean McCoy @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Während des zurückliegenden Wochenendes habe ich mich von meiner Schokoladenseite gezeigt, wenn es darum ging, meinem Gefühl von Scham kampflos zu erliegen. Ich war zu Besuch in der Heimat, die überlaufen ist von Menschen, die mich seit Jahren, Jahrzehnten, teils mein Leben lang kennen. Und vor der Begegnung mit genau diesen Menschen hatte ich unbändige Angst. Egal wie oft ich nach meinem letzten und ersten Klinikaufenthalt das Gefühl hatte, stark genug zu sein, um eine Konfrontation auszuhalten, so war die einzige Reaktion, die ich zustande brachte, doch wieder nur – Flucht.

„Scham und die Flucht vor mir selbst“ weiterlesen

„Die Klapse hat heut Wandertag“ – Kollektives Augenzwinkern gegen Depression

klapse-2-3
Eine kleine Aufmerksamkeit meiner Mitpatienten (Bild: May DelC)

Als mir im Oktober letzten Jahres vom Kriseninterventionszentrum geraten wurde, eine Selbsthilfegruppe aufzusuchen, bis ich eine Therapiemöglichkeit erhalten würde, war ich skeptisch. In meinem Kopf aktivierten sich lauter Klischees und ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass das Ganze mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein werden würde. Also ließ ich es erst einmal.

Dann kam ich in teilstationäre Behandlung und der Austausch mit den Mitpatienten, Menschen, die zwar alle so unterschiedliche Geschichten erzählten, aber deren Leiden in seiner Grundstruktur und seinen Grundmechanismen so ähnlich waren, war ohne Zweifel einer der Dinge, die mich auf meinem neuen Weg am weitesten getragen hat. Und seitdem haben wir eine feste Struktur der „gegenseitigen Selbsthilfe“ geschaffen, die uns bis zu einem gewissen Maß dabei hilft, durch unsere dunklen Täler immer wieder hinauszuwandern. „„Die Klapse hat heut Wandertag“ – Kollektives Augenzwinkern gegen Depression“ weiterlesen

Auf Spurensuche

licht-und-schatten
Licht und Schatten (Bild: May DelC)

In den letzten Wochen und Monaten, seitdem ich mit der Möglichkeit konfrontiert worden bin, tatsächlich KRANK zu sein, habe ich mich oft gefragt – und frage mich noch – wo das Ganze seinen Anfang nahm.

Ich habe inzwischen meine „Erstbegegnung“ mit therapeutischen Maßnahmen gehabt und oft an Mitpatienten beobachten können, dass auch sie ständig auf der Suche sind. Nach dem Warum. Nach der einen Ursache. Wie konnte es dazu kommen? „Auf Spurensuche“ weiterlesen