Wenn ich merke, ich bin doch noch nicht so weit…

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Sturmböen Antarktis. Bild: Greenpeace (https://www.greenpeace.de/themen/meere/kurze-atempause-fuer-die-wale)

Nach vielen kleinen Schritten nach vorne und etwas weniger davon zurück war heute noch einmal so ein Tag, an dem ich das Gefühl hatte, es ist egal, was ich tue – es macht keinen Unterschied. Es wird nicht besser.

Ich sollte mich damit abfinden, dass diese Tage einfach immer mal wieder kommen. Ist auch ok – eigentlich. „Wenn ich merke, ich bin doch noch nicht so weit…“ weiterlesen

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Von meinen Erwartungen an die Therapie und dem Abschied von der Zauberkugel

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Gestern hatte ich eine weitere Therapiesitzung. Und nach meinen ersten Monaten dort beginnen wir nun, meine konkreten Therapiezielen zu verfolgen. Mit einem Bauchgefühl, das Spannung, Enthusiasmus und Ängstlichkeit miteinander vereint, blicke ich auf die kommenden Sitzungen. „Von meinen Erwartungen an die Therapie und dem Abschied von der Zauberkugel“ weiterlesen

Ergotherapie im eigenen Heim: Adieu, Perfektionismus!

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Meine eigene Version von Souvenir de Mauve (Vincent van Gogh, 1888). Leider nur ausgemalt…

Heute gibt es keine großen Worte. Heute gibt es nur ein Bild. Ich erinnere mich an meine erste Sitzung Ergotherapie, die ich in der Krisentagesklinik hatte. Aus Angst, nicht kreativ genug zu sein oder Fehler zu machen, entschied ich mich, mit Pastellkreide eine schwarz-weiß Vorlage einfach „auszumalen“. Es stellte sich als unglaublich beruhigend für mich heraus, dies zu tun. Ich fühlte, was es bedeutete, wenn es nur um den Prozess geht, nicht das Produkt… Und die positive Erfahrung durch diese scheinbar leichte Übung motivierte mich damals, weiterzumachen, auszuprobieren… „Ergotherapie im eigenen Heim: Adieu, Perfektionismus!“ weiterlesen

Herrin meiner Gedanken: Das Bremspedal meines mentalen Höllenmobils nutzen lernen

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Downtown L.A. The Last Book Store (Bild: May DelC).

Jetzt sitze ich hier, möchte niederschreiben und eine Million Gedanken gehen mir durch den Kopf.  Zig Fäden, die in meiner Hand zusammenlaufen und von denen jeder fließend schnell zu einer Erfahrung der letzten Monate führt. Und diese Erfahrungen stehen nicht für sich alleine da, sie bilden ein Netz, hängen alle miteinander zusammen. Die eine könnte nicht ohne die andere so sein wie sie ist. Und ich habe sie dazu gemacht, jede einzelne von ihnen. Und zwischen ihnen allen schlängelt sich vielleicht der eine Faden, ganz heimlich, bedeckt; der Faden, den ich so gerne zwischen die Finger bekommen würde, vielversprechend und rötlich schimmernd in der Farbe.

Hoffen wir nicht alle hin und wieder, dass wir, wenn wir ihn finden, die Lösung zu all unseren Problemen haben? „Herrin meiner Gedanken: Das Bremspedal meines mentalen Höllenmobils nutzen lernen“ weiterlesen

„Die Klapse hat heut Wandertag“ – Kollektives Augenzwinkern gegen Depression

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Eine kleine Aufmerksamkeit meiner Mitpatienten (Bild: May DelC)

Als mir im Oktober letzten Jahres vom Kriseninterventionszentrum geraten wurde, eine Selbsthilfegruppe aufzusuchen, bis ich eine Therapiemöglichkeit erhalten würde, war ich skeptisch. In meinem Kopf aktivierten sich lauter Klischees und ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass das Ganze mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein werden würde. Also ließ ich es erst einmal.

Dann kam ich in teilstationäre Behandlung und der Austausch mit den Mitpatienten, Menschen, die zwar alle so unterschiedliche Geschichten erzählten, aber deren Leiden in seiner Grundstruktur und seinen Grundmechanismen so ähnlich waren, war ohne Zweifel einer der Dinge, die mich auf meinem neuen Weg am weitesten getragen hat. Und seitdem haben wir eine feste Struktur der „gegenseitigen Selbsthilfe“ geschaffen, die uns bis zu einem gewissen Maß dabei hilft, durch unsere dunklen Täler immer wieder hinauszuwandern. „„Die Klapse hat heut Wandertag“ – Kollektives Augenzwinkern gegen Depression“ weiterlesen

… ergo: Therapie!

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– Bild 1 –

Im Oktober des Jahres 2016 habe ich meinen ersten Kontakt mit einem Psychiater gehabt, und zwar im Kriseninterventionszentrum meines Wohnorts. Danach ging es in die Krisentagesklinik. Eine meiner einschneidendsten Erfahrungen dieser letzten Monate war meine erste Sitzung in der Ergotherapie, die ich in der Krisentagesklinik besuchte. Sie stand repräsentativ für so vieles, was in den vorangegangenen Monaten schief gelaufen war … „… ergo: Therapie!“ weiterlesen