Wenn Weihnachten nur ein Wort ist.

„Schneebedeckte Räder stehen am 10.12.2017 in Kassel (Hessen) bei Schneefall an einer Kreuzung. Foto: Uwe Zucchi/dpa +++(c) dpa – Bildfunk+++“ http://www.spiegel.de/fotostrecke/wintereinbruch-schneechaos-in-deutschland-fotostrecke-156015.html

Und da haben wir auch schon den 13. Dezember 2017. Die Zeit ist unfassbar schnell vergangen. Wo war ich zu dieser Zeit letztes Jahr? Ich war wenige Wochen zuvor aus der Tagesklinik entlassen worden. Noch war ich offiziell Beamtin auf Widerruf des Landes Nordrhein-Westfalen. Die für mich unerträgliche letzte Konfrontation zum Abschied in meiner Schule lag nicht lang zurück…. Verrückt, was seit dem passiert ist.

Letztes Jahr um diese Zeit blickte ich mit Bangen auf das Weihnachtsfest. All die Energie, die ich 2016 noch gehabt hatte, war für den zerreißenden Kraftakt des Zusammenbruchs und des Wiederaufstehens verbraucht worden. Verbrannt. Erstickt.

Depressive Episode. AU. Klinik. Abbruch. Ende. Vakuum. Neuanfang. „Wenn Weihnachten nur ein Wort ist.“ weiterlesen

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Scham und die Flucht vor mir selbst

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© Dean McCoy @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Während des zurückliegenden Wochenendes habe ich mich von meiner Schokoladenseite gezeigt, wenn es darum ging, meinem Gefühl von Scham kampflos zu erliegen. Ich war zu Besuch in der Heimat, die überlaufen ist von Menschen, die mich seit Jahren, Jahrzehnten, teils mein Leben lang kennen. Und vor der Begegnung mit genau diesen Menschen hatte ich unbändige Angst. Egal wie oft ich nach meinem letzten und ersten Klinikaufenthalt das Gefühl hatte, stark genug zu sein, um eine Konfrontation auszuhalten, so war die einzige Reaktion, die ich zustande brachte, doch wieder nur – Flucht.

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#icantkeepquiet – Die eigene Stimme wiederfinden

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Milck und GW Sirens mit „Quiet“ bei Samantha Bee’s Full Frontal

Vor ein paar Tagen sah ich Milcks Performance von Quiet in Samantha Bee’s Full Frontal show. Anlass gewesen waren die Proteste in Washington D.C. in Reaktion auf die neue Präsidentschaft der USA sowie als Zeichen des Respekts von Frauenrechten und Menschenrechten im Allgemeinen – der Women’s March on Washington 2017. Als ich das Lied hörte, brauchte es nicht lange, bis meine Tränen flossen. Ich nahm die Zeilen persönlich, auf ganz unterschiedlichen Ebenen. Zu lange war ich wie stumm gewesen, hatte die Verbindung zu mir und allem, was mir wichtig gewesen war, verloren. Ich wünschte mir nichts mehr, als mich zu spüren und meine Stimme wiederzufinden. Meine Tränen sah ich als ein gutes Zeichen. „#icantkeepquiet – Die eigene Stimme wiederfinden“ weiterlesen

Geburtstag – Tag der Nacktheit

Wann habe ich angefangen, Geburtstage als unangenehm zu empfinden? Die Aufmerksamkeit, die auf mir lastet, die Erwartungen, die an mich gestellt werden, diesen Tag zu feiern, „meinen Ehrentag“. Als hätte ich irgendetwas Wunderbares geleistet.

Dieses Jahr war mein Wunsch, diesen Tag einfach zu übergehen, besonders groß. Doch auch dieses Jahr hat das nicht so recht funktioniert… „Geburtstag – Tag der Nacktheit“ weiterlesen